Han­nes Salat – Inter­view anläss­lich der Diagonale’19

Posted on Mrz 11, 2019 in Event

Han­nes Salat

Ein Inter­view anläss­lich der Diagonale’19

Ver­öf­fent­licht am 13. März 2019 | Kate­go­rie: Event

Mit Han­nes Salat wer­fen wir einen Blick hin­ter die Kulis­se der Kulis­se. Er ist preis­ge­krön­ter Sze­nen­bild­ner – Bes­tes Sze­nen­bild beim Öster­rei­chi­schen Film­preis 2016 und 2017 – mit einer ein­drucks­vol­len Fil­mo­gra­fie zu der Titel wie Braun­schlag, Ich seh, Ich seh, Altes Geld, Stil­le Reser­ven oder Auf­schnei­der gehö­ren. Außer­dem ist er Dozent an der Film­aka­de­mie Wien. Im Rah­men der Diagonale’19 wird das Semes­ter­pro­jekt DON WHO ? der Stu­die­ren­den gezeigt – ein Epi­so­den­film über das plötz­li­che Ver­schwin­den Don Juans. Im Anschluss folgt eine Dis­kus­si­on zum Berufs­bild Sze­nen­bild­ner. Wir sind gespannt.

 

Wie bist du zum Beruf Sze­nen­bild­ner gekom­men?
Nach mei­ner Aus­bil­dung an der Mode­schu­le Het­zen­dorf und der Arbeit als Desi­gner, hat­te ich das Glück bei den groß­ar­ti­gen Sze­nen­bil­dern Rena­te Mar­tin und Andre­as Don­hau­ser im Bereich Spiel­film, Musik­vi­de­os, Thea­ter und Wer­bung ler­nen zu dür­fen.

Hannes Salat

Pia Hier­zeg­ger, Mode­ra­to­rin der Ver­lei­hung des Öster­rei­chi­schen Film­prei­ses 2017, mit Han­nes Salat, aus­ge­zeich­net für des bes­te Sze­nen­bild (Stil­le Reser­ven); Fest­saal des Rat­hau­ses in Wien, Öster­reich. Copy­right: Man­fred Wer­ner

Was zählt zu den Haupt­auf­ga­ben dei­ner Arbeit am Set und was begeis­tert dich beson­ders dar­an?

Jeder Spiel­film oder auch jede Serie spielt in einem ande­ren Milieu und jedes Dreh­buch ist eine neue Her­aus­for­de­rung. Das Ent­wi­ckeln von fil­mi­schen Wel­ten, die mehr sind als blo­ße Räu­me für die Cha­rak­te­re, emp­fin­de ich, je län­ger ich in die­sem Bereich arbei­te, als gro­ße Her­aus­for­de­rung.

Was zeich­net einen her­vor­ra­gen­den Kos­tüm- und Sze­nen­bild­ner aus?

Unse­re Arbeit soll immer die Geschich­te, die erzählt wird, unter­stüt­zen und dabei in sich stim­mig sein. Mei­ner Mei­nung nach hat man in vie­len Berei­chen die Mög­lich­keit den Film visu­ell zu gestal­ten. Die Farb­welt macht schon viel aus. Wir gestal­ten immer das Umfeld für erfun­de­ne Figu­ren. Hier haben wir viel Spiel­raum. Wir müs­sen nicht immer schö­ne Set­tings ent­wi­ckeln. Es macht auch eine gro­ße Freu­de mit einer gewis­sen Iro­nie etwas rich­tig häss­lich zu gestal­ten.

Wie kam es dazu, dass du bei der öster­rei­chi­schen Kult­se­rie Braun­schlag Namens­ge­ber für den von Erol Nowak gespiel­ten Poli­zis­ten warst?

David Schal­ko und ich sind uns da nicht einig. Er behaup­tet, dass ich ein­mal in der Vor­be­rei­tungs­zeit zu einem Pro­jekt am Tele­fon, um mei­nen Namen zu umschrei­ben, gesagt habe: „Salat wie der Salat“. Dabei sage ich immer: „Salat wie das Gemü­se“. Wegen die­sem Satz hat er den Poli­zis­ten in Braun­schlag Han­nes Salat genannt und ihn „Salat wie der Salat“ sagen las­sen. Man muss bei David immer auf­pas­sen, was man sagt. Bei Braun­schlag hat er noch einen ande­ren Satz, den ich ein wenig pie­tät­los, aber iro­nisch bei einer Motiv­be­ge­hung bei einem Tier­prä­pa­ra­tor gesagt habe, ver­wen­det. Als ich eines mei­ner Lieb­lings­tie­re tot dort lie­gen sah, sag­te ich blö­der­wei­se: „Eich­hörn­chen sehen sogar lieb aus, wenn sie tot sind“. Den Satz muss­te dann Rai­mund Wal­lisch als Rein­hard Matus­sek sagen.

Neben dei­nem Schaf­fen am Set lehrst du seit 2014 Sze­nen­bild an der Film­aka­de­mie Wien. Erzähl uns bit­te vom aktu­el­len Semes­ter­pro­jekt DON WHO ?

Das Pro­jekt fand in der Klas­se für Büh­nen- und Film­ge­stal­tung an der Uni­ver­si­tät für ange­wand­te Kunst statt, an der ich auch leh­re. Seit ich an der Film­aka­de­mie unter­rich­te, ist es mir wich­tig, dass die Stu­die­ren­den dort die Mög­lich­keit bekom­men, Sze­nen­bild­ner für ihre Pro­jek­te zu fin­den. Bei einem Wahl­fach, wel­ches ich an der Film­aka­de­mie ange­bo­ten habe, konn­te ich über 30 Stu­die­ren­de der bei­den Büh­nen­klas­sen in Wien gewin­nen. Pro­fes­sor Kle­ber hat dann ein Film­jahr in der Büh­nen­klas­se der Ange­wand­ten initi­iert, im Rah­men des­sen DON WHO ? ent­wi­ckelt und gedreht wur­de.

Die Fern­seh­se­rie mit 8 Fol­gen wur­de von David Schal­ko pro­du­ziert – mehr dazu

Wor­auf darf man sich beim Scree­ning im Rah­men der Diagonale’19 am 22. März 2019 freu­en?

Ich freue mich sehr, dass die Inten­dan­ten der Dia­go­na­le es mög­lich machen, hier die Pre­mie­re zu fei­ern. Aus mei­ner Sicht als Sze­ne­bild­ner ist das Kon­zept voll auf­ge­gan­gen und ich fin­de die Stu­die­ren­den der Büh­nen­klas­se zei­gen wirk­lich, was sie kön­nen. Obwohl vie­le noch kei­ne Erfah­rung mit Film­dreh­ar­bei­ten hat­ten, sieht man in vie­len Berei­chen eine sehr gute und abwechs­lungs­rei­che Arbeit. Es war immer eine Zusam­men­ar­beit auf Augen­hö­he und die vie­len Detail­ge­sprä­che über Fein­hei­ten wer­den mir noch lan­ge in Erin­ne­rung blei­ben. Des Wei­te­ren freut es mich sehr, dass so vie­le Stu­die­ren­de von ver­schie­den Uni­ver­si­tä­ten an dem Pro­jekt mit­ge­ar­bei­tet haben.

Bei der anschlie­ßen­den Gesprächs­run­de wer­den nach dem Scree­ning der Stel­len­wert und die Aus­bil­dungs­si­tua­ti­on von Sze­nen- und Kos­tüm­bild in Öster­reich beleuch­tet. Kannst du uns dazu schon einen klei­nen Vor­ge­schmack bie­ten?

Ja, gemein­sam mit Tho­mas Ben­esch (Pro­fes­sor für Bild­ge­stal­tung an der Film­aka­de­mie) wol­len wir anhand der Bei­spie­le von DON WHO ? mit Stu­die­ren­den über die Mög­lich­kei­ten dis­ku­tie­ren, wie zukünf­tig mit dem Sze­nen- und Kos­tüm­bild bei Kurz­fil­men umge­gan­gen wer­den kann und wie sich Stra­te­gi­en ent­wi­ckeln las­sen, damit in Zukunft auch in Öster­reich in die­sem Bereich aus­ge­bil­det wird.

Noch eine abschlie­ßen­de Fra­ge: Auf wel­chen Film freust du dich bei der Diagonale’19 beson­ders?

Der Boden unter den Füßen von Marie Kreut­zer ging sich bei der Ber­li­na­le für mich lei­der nicht aus, des­we­gen ist die­ser Film ein Fix­punkt. Das wird zudem ein Film sein, bei dem wir die Sze­nen- und Kos­tüm­bild­ner zum anschlie­ßen­den Q&A ein­la­den. Das wol­len wir im Rah­men unse­res Schwer­punk­tes bei eini­gen Spiel­fil­men, die bei der Diagonale’19 lau­fen, tun. Wir hof­fen dadurch die Bedeu­tung unse­rer Arbeit sicht­ba­rer zu machen und ein grö­ße­res Bewusst­sein dafür zu schaf­fen.

Vie­len Dank für dei­ne Zeit und das Inter­view!

Gewinn­spiel

1x2 Kino­kar­ten für DON WHO ? am 22.3. in der UCI KINOWELT Annen­hof + 1x FAQ Maga­zi­ne Jah­res­abo + 1 Dia­go­na­le Goo­die-Bag

Lauf­zeit: 13.03.2019–16.03.2019

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Eröffnungsfilm’19: Der Boden unter den Füßen von Marie Kreut­zer – mehr zum Eröff­nungs­film auf www.diagonale.at

Ein Inter­view von: Jakob Tri­polt

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