Robert Rüf

Posted on Mrz 6, 2018 in Design, Event

Robert Rüf

Ein Inter­view im Rah­men der Diagonale’18

Ver­öf­fent­licht am 28. Febru­ar 2018 | Kate­go­rie: Design

Lieber Robert, du bist für die Aus­stat­tung bei der Dia­go­na­le ver­ant­wort­lich – wie kam es ursprüng­lich zu der Zusam­men­ar­beit mit dem Fes­ti­val?

Ich arbei­te schon seit eini­gen Jah­ren für die Vien­na Design Week in einem ähn­li­chen Bereich: Aus­stel­lungs­ge­stal­tung, Leit­sys­tem und Loca­ti­on­de­sign in den immer unter­schied­li­chen Fes­ti­val­zen­tra­len. Dabei durf­te ich 2014 Peter ken­nen ler­nen und ja, als er und Sebas­ti­an die Inten­danz bei der Dia­go­na­le über­nah­men, kam dann irgend­wann das wun­der­ba­re Mail mit der Anfra­ge zur Zusam­men­ar­beit. Ich fand das ziem­lich auf­re­gend.

Wel­che Objek­te kön­nen die Dia­go­na­le-Besu­cher/in­nen die­ses Jahr von dir bewun­dern?
Das mag jetzt zum The­ma „Design“ furcht­bar unspek­ta­ku­lär klin­gen – aber gera­de was die extra für das Fes­ti­val ange­fer­tig­ten Möbel-Objek­te angeht, haben wir von Anfang an dar­auf geach­tet, dass sie so gut funk­tio­nie­ren und so soli­de gemacht sind, dass sie auch über die Jah­re immer wie­der zur Anwen­dung kom­men kön­nen. Von dem her wer­den es vie­le, zumin­dest für mich, alte Bekann­te, die aller­dings in Fein­hei­ten über­ar­bei­tet wur­den, funk­tio­nal ver­bes­sert wor­den sind oder deren Ober­flä­chen sich ver­än­dern. Wenn ich so recht dar­über nach­den­ke, eigent­lich ist das ein klas­si­sches Indus­trie­de­sign­the­ma – die ste­ti­ge Ver­bes­se­rung und Anpas­sung von einem bestehen­den Objekt- und For­men­vo­ka­bu­lar. Ein Zugang, der mir schon sehr gefällt, weil ich ja auch aus dem Bereich kom­me. Das gibt uns jeden­falls auch die Frei­heit, bei neu dazu­ge­kom­me­nen Orten mit neu­en Mög­lich­kei­ten des Bran­dings umzu­ge­hen, bestehen­de Objek­te mit neu­en zu kom­bi­nie­ren, auf den Ort anzu­pas­sen oder zu erwei­tern und so die Dia­go­na­le noch sicht­ba­rer zu machen.

Diagonale – Intendanten-Duo

Inten­dan­ten-Duo der Dia­go­na­le – Peter Schern­hu­ber und Sebas­ti­an Hög­lin­ger – am Steh­pult, das von Robert Rüf designt wur­de.

Diagonale Preisverleihung 2017

Die rote Metall­fla­ge – intern Wim­pel genannt – wur­de von Robert Rüf gestal­tet. Foto: Rane­bur­ger

Gibt es ein spe­zi­el­les Aus­stat­tungs­ob­jekt, auf das du beson­ders stolz bist?
Natür­lich ist schon der Wim­pel (so sagen wir intern zu den roten Metall­flag­gen, die an so gut wie allen Orten zur Anwen­dung kom­men) das Herz­stück und der Aus­gangs­punkt aller unse­rer Dia­go­na­le-Objek­te. Aber ich den­ke schon auch sehr ger­ne dar­an, wie sich die Idee zum Raum­tei­ler aus Akkre­di­tie­rungs­ta­schen im Pres­se­zen­trum fast bei­läu­fig bei einer unse­rer ers­ten Bespre­chun­gen im Dia­go­na­le-Büro ent­wi­ckelt hat. Und wie sich dann ganz zum Schluss beim Auf­bau im Kunst­haus erst erge­ben hat, wie wir die Taschen dann tat­säch­lich schön dar­an hän­gen kön­nen — mit dem Blei­stift der sonst in der Tasche drin gewe­sen wär. Ich muss zuge­ben, ich bin heim­lich ziem­lich stolz auf die Detail­lö­sung…

Diagonale Taschen

Der Raum­tei­ler aus Akkre­di­tier­ten­ta­schen im Gäs­te-/Pres­se­zen­trum wur­de von Robert Rüf desi­gnet. Foto: Rane­bur­ger

Diagonale Eröffnung

Dia­go­na­le Ban­ner von Robert Rüf – mehr vom Desi­gner: www.robertruef.com

Was waren bei die­sem Pro­jekt die beson­de­ren Her­aus­for­de­run­gen?
In ers­ter Linie war es am Anfang vor allem der Umfang. Es sind sehr vie­le Orte, die für eine kur­ze Zeit­span­ne deut­lich als Teil der Dia­go­na­le erkenn­bar sind, danach aber genau­so schnell wie­der so wie davor aus­se­hen. Die Suche nach Mög­lich­kei­ten, Orte mit einem gewis­sen eige­nen Charme zu kenn­zeich­nen, also auch immer wie­der mit­tels Son­der­lö­sun­gen, dabei aber kei­ne blei­ben­den Spu­ren zu hin­ter­las­sen ist ein for­dern­der, aber span­nen­der Punkt in der Arbeit.
For­mal gese­hen fand ich es als gro­ße Her­aus­for­de­rung, einer sehr gelun­ge­nen Cor­po­ra­te Iden­ti­ty auch im Drei­di­men­sio­na­len Bereich gerecht zu wer­den. Bzw. deren Aus­strah­lung und grund­sätz­li­che Gestal­tungs­an­sät­ze in etwas Objekt­haf­tes zu über­set­zen, das nicht nur wegen der dar­auf appli­zier­ten Gra­fik „passt“ son­dern auf­grund eines grund­sätz­li­chen kon­struk­ti­ven und for­ma­len Zugangs mit ihr zusam­men­spielt.

Auf was freust du dich bei der Dia­go­na­le 2018 am meis­ten?
Ich bin schon sehr gespannt auf die Schie­ne „Zum Kol­lek­tiv“ zum Film­la­den. Der Ver­leih taucht schon in sehr vie­len mei­ner Kino­er­in­ne­run­gen auf und ich den­ke, es gibt eini­ges zu ent­de­cken, gera­de auch was die frü­hen Jah­re angeht.
Dar­über hin­aus bin auch schon sehr gespannt auf die Instal­la­ti­on von Jakob Wies­may­er im HDA – einem Ort, der mir sowohl wegen beein­dru­cken­der raum­grei­fen­der Aus­stel­lun­gen, wie auch sei­nem Abend­pro­gramm seit mei­ner ers­ten Dia­go­na­le ans Herz gewach­sen ist.

Vie­len Dank für das Inter­view!
Mehr von Robert Rüf: www.robertruef.com

Diagonale Preisverleihung

Die rote Metall­fla­ge – intern Wim­pel genannt – wur­de von Robert Rüf gestal­tet. Phil­ipp Hoch­mair mit dem Wim­pel, Foto: Rane­bur­ger

Fotos: Dia­go­na­le
Ein Inter­view von: Jakob Tri­polt

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